Verhaltensbiologie & Führung

9. Dezember 2017
von Dr. Barbara Niedner
Keine Kommentare

Passwörter, sind wir zu blöd?

Agil ohne Planung
Ina Müller, die in Ihrem Song „Die Nummer“ zum Bankomat geht, dreimal die falsche PIN tipp, war es mein Geburtsjahr rückwärts oder richtig rum? verzweifelt nach Eselbrücken sucht und es einfach nicht hinkriegt. Wir war nochmal meine PIN oder mein Passwort? Wie soll ich mir das alles nur merken. Da verwundert es nicht, das an manch einem Notebook im Büro gleich das Passwort auf einem Post-It klebt. Ein Horror-Szenario für Sicherheitsbeauftrage im Unternehmen. Selbst das Passwort von Mark Zuckerberg von Facebook wurde schon gehackt. Sind wir einfach zu blöd? Nein!

Was steckt dahinter?

Je komplizierter ein Passwort, desto schwerer ist es zu knacken. Bei meinem Zahlenschloss mit vier Ziffern am Fahrrad gibt es 10.000 Möglichkeiten: für uns mühsam alles durchzuprobieren, für einen Algorithmus ein leichtes Spiel. Das macht ein Algorithmus im Handumdrehen. Nutzen wir vielen zufällige Ziffern und Zeichen für Passwörter, fällt es uns schwer das Passwort sich zu merken. Und wir brauchen viele Passwörter in der digitalen Welt.

Fazit: Der Mensch ist für Passwörter nicht gemacht

Der Aufwand für sichere Passwörter ist für uns immens. Es ist eine Frage, wie schwer wir es einem Algorithmus machen, es zu knacken. Und für uns entsteht relativ schnell das Dilemma, sich viele verschiedene Passwörter auf diversen Systemen zu merken. Außer sie sind Gedächtnisprofi. Klar gibt es dafür Methoden, aber auch das können Algorithmen besser.

Beim Durchforsten von unzähligen Passwortmöglichkeiten sind Algorithmen sehr „fit“ sind und wir als Menschen eindeutig unterlegen.

Also eins zu null gegen uns.

Agil ohne Planung
Das ist ein weiterführender Online Artikel zu meinem Buch:

Agil ohne Planung
Wie Unternehmen von der Natur lernen können
Menschen planen wie wild. Die Natur macht einfach.

Passend zum Buch meine Keynotes und Seminare:

PDF – Handelsblatt Interview „Die Natur plant nicht!“

Die Natur plant nicht und ist agiler als jedes Unternehmen

9. Dezember 2017
von Dr. Barbara Niedner
Keine Kommentare

Risiken klein rechnen

Agil ohne Planung
Heutzutage stützen wir uns immer mehr auf Zahlen, Präsentationen, Ergebnisse. Umso wichtiger ist es, sich statistisches Grundwissen anzueignen. Keine Sorge: Dazu gibt es enorm viele unterhaltsam geschriebene Bücher, die aufzeigen, wie man mit Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnungen trickst.

Das Wichtigste, was Sie brauchen, ist der Mut, nachzufragen – Was ist die Daten-Quelle, warum wir das so gemacht, wie sind die Zusammenhänge?

Eine Anekdote:

In einem Finanzseminar für Alphas erklärt uns ein Professor der Wirtschaftswissenschaften, auf was wir achten müssen, um das Risiko eines Unternehmens einzuschätzen, das wir kaufen wollen.

Dabei spiegelt die Volatilität das Risiko vergleichbarer Unternehmen in einer Branche wider.

Volatilität wird in Finanzmärkten als Maß für Schwankungen, wie Aktienkursen und Zinsen, verwendet. Er zeigt uns ein Beispiel. Auf meine Nachfrage, wie viele Unternehmen in dieser Betrachtung sind und ob der Wert, den Mittelwert darstellt, stellt sich raus, es ist der Mittelwert von wenigen Unternehmen.

Die anderen Alphas haben erst mal genervt mit den Augen gerollt, was ich da als Verhaltensbiologin so hinterfrage. Für mich ist es ein Tabu, mit so wenigen Unternehmen die Normalverteilung anzuwenden. Bevor wir starten, werden die Daten erst mal getestet, ob das möglich ist. Bei wenigen Unternehmen, können Sie das mehr oder minder ausschließen und nutzen dafür den Median. In einer Stichprobe teilt der Median einen Datensatz in zwei gleich große Hälften.

Die spannende Frage, die mir auf dem Herzen lag: Wie sieht jetzt das wirkliche Risiko aus?

Auch das war sehr ernüchternd, denn es war unter den Unternehmen ein Ausreißer dabei, der das Risiko für alle im Mittelwert reduziert hat.

Wird das immer so berechnet?

Ja!

Das nächste Hinterfragen:

Ja, fast immer kommt ein niedrigeres Risiko dabei raus.

Damit würde ich die ganze Finanzwirtschaft in Frage stellen. In den Finanzmärkten werden die Risiken in den Schwankungen elegant reduziert und kaum einer hinterfragt das. Und dann wundern sich viele sich über ihre Verluste beim Ankauf eines Unternehmens, die auf einmal so schwankend sind …

Agil ohne Planung
Das ist ein weiterführender Online Artikel zu meinem Buch:

Agil ohne Planung
Wie Unternehmen von der Natur lernen können
Menschen planen wie wild. Die Natur macht einfach.

Passend zum Buch meine Keynotes und Seminare:

PDF – Handelsblatt Interview „Die Natur plant nicht!“

Die Natur plant nicht und ist agiler als jedes Unternehmen

8. Dezember 2017
von Dr. Barbara Niedner
Keine Kommentare

Wenn uns das Hirn auf falsche Fährten lockt

Denken ist immer subjektiv geprägt, unsere Gefühle mischen kräftig mit. Mittlerweile gibt es unzählige Publikationen rund um psychologische Denkfallen, in die wir alle ständig tappen. Zum Beispiel trügerische Rückschau-Fehler.

Derlei Denkfallen beeinflussen natürlich unsere Entscheidungen.

Agil ohne PlanungAngeborene Anlagen

Als schwerfällige Säugetiere haben wir besondere Angst vor Höhen. Gefahren, wo täglich Menschen sterben, wie 202 Alkoholtote pro Tag in Deutschland, lassen uns kalt. Ein Anschlag mit Toten versetzt uns dagegen schlagartig in Panik. So sind nach dem 11. September 2001 mehr Menschen beim Autofahren ums Leben gekommen, weil sie vor lauter Panik Flugzeuge gemieden haben.

Wir werten Bekanntes als „gut“

Je häufiger wir etwas sehen, desto bekannter wird es für uns, desto mehr entspricht es unserem Gewohnten, desto eher meinen wir, dass es gut und richtig ist.

Das Bekannte ist also im doppelten Sinn eine für uns „sichere“ Entscheidung.

Spätestens jetzt sollte klarwerden, dass das bisherige Vorgehen Unternehmen auf ausgetretenen, gewohnten Pfaden hält, statt neue Wege zu erobern.

Das Gefühl bei der Entscheidung

Ja, die Intuition wird durch derlei falsche Fährten verfälscht. Doch seien Sie sich bewusst, dass es komplett rationales Denken und Entscheidungen nicht gibt. Selbst, wenn Sie sich noch so viel um Fakten bemühen und sich absichern möchten: Auch rationales Denken und Entscheidungen unterliegen den Irrtümern der Intuition. Nur, dass wir oft mit aufwendigen rationalen Entscheidungen das erzeugen, was unser Bauch meint. Gerd Gigerenzer beschreibt in seinem Buch Risiko, wie bei der Bilanzmethode solange an der Gewichtung geschraubt wird, bis das Bauchgefühl passt und wir uns wohl fühlen.

Der Nobelpreisträger für Wirtschaft Daniel Kahneman gibt in seinem Buch Schnelles Denken, Langsames Denken den intuitiven Urteils- und Entscheidungsfehlern viel Raum. Betont aber „die relative Anzahl von Seiten ist ein schlechter Indikator für die Bilanz zwischen den Glanzleistungen und den Fehlern des intuitiven Denkens“. Ein klassischer Irrtum, dass besonders Viel auch gut ist (… je häufiger wir was sehen, desto bekannter wird es für uns, desto mehr entspricht es unserem Gewohnten, desto eher meinen wir, dass es gut und richtig ist …).

So hat auch Daniel Kahneman mit seinem Buch dazu beigetragen, dass die Irrtümer uns viel präsenter sind als die Glanzleistungen der Intuition.

Die Natur macht einfach

Ja, schnelle, intuitive Entscheidungen können in die Irre führen. Die Fans der rationalen Entscheidungen führen das gerne in aller Breite aus.

Die Natur nimmt falsche Fähren in Kauf. Sie stellt dafür keine großen Maßnahmenpläne zur Vermeidung auf: Besser einmal schnell lebensrettend gehandelt, als zu langsam handeln und tot sein.

In meinem Buch plädiere ich dringend dafür, die Intuition zu schulen. Wir müssen durch Beobachten, Begreifen und Ausprobieren unser Erfahrungswissen ausbauen, das uns blitzschnell situationsbezogen agieren lässt.

Agil ohne Planung
Das ist ein weiterführender Online Artikel zu meinem Buch:

Agil ohne Planung
Wie Unternehmen von der Natur lernen können
Menschen planen wie wild. Die Natur macht einfach.

Passend zum Buch meine Keynotes und Seminare:

PDF – Handelsblatt Interview „Die Natur plant nicht!“

Die Natur plant nicht und ist agiler als jedes Unternehmen

7. Dezember 2017
von Dr. Barbara Niedner
Keine Kommentare

Was ist fehlerhaft?

Agil ohne Planung
Ein Kind leidet darunter klein zu sein. Die Eltern, die beide klein sind, reden dem Kind gut zu, dass es doch noch groß wird.

Ist das Ziel groß sein, nehme ich klein als „fehlerhaft“ wahr.

 

Nicht alles, was anders ist, ist ein Fehler!

Die Frage ist doch, was ist das Gute am Kleinsein? Ich darf immer in der ersten Reihe stehen, sitze vorne und bin meist flink. Ein Diamant ist klein und der wertvollste Edelstein. Ein lupenreiner Diamant glitzert leicht am Körper, den vergleichbaren Wert an Gold schleppen Sie schwerfällig hinter sich her.

Klein zu sein, hat Vorzüge. Wir müssen sie nur sehen wollen.

Selbst angeborene Fehlsichtigkeit wird durch uns fehlerhaft. Weitsichtig zu sein, war gut für die offene Savanne. Wer weit schauen kann, hat den Überblick. Er sieht, was sich am Horizont befindet und merkt rechtzeitig, ob Gefahren drohen. Kurzsichtig zu sein hat Vorteile in der Welt der kleinen digitalen Geräte.

Wir sitzen einem eklatanten Denkfehler auf:

Alles, was von der Norm abweicht, nehmen wir oft als Fehler wahr. Die Natur ist da wesentlich schlauer, indem sie Abweichendes als Basis für Neues nutzt.

Unternehmen, die wirklich agil sein möchten, sollten das Anderssein begrüßen!

Agil ohne Planung
Das ist ein weiterführender Online Artikel zu meinem Buch:

Agil ohne Planung
Wie Unternehmen von der Natur lernen können
Menschen planen wie wild. Die Natur macht einfach.

Passend zum Buch meine Keynotes und Seminare:

PDF – Handelsblatt Interview „Die Natur plant nicht!“

Die Natur plant nicht und ist agiler als jedes Unternehmen

7. Dezember 2017
von Dr. Barbara Niedner
Keine Kommentare

Interessantes zu Rückschau-Fehlern

Wir müssen uns bewusst sein, dass unser Hirn keine verlässliche 1:1-Dokumentation darstellt. Es gibt zahlreiche Rückschaufehler, die tatsächlich gemachte Erfahrungen verzerren:
Agil ohne Planung
Wir blenden Unangenehmes aus der Vergangenheit aus, verschönern es, bauschen es auf, dramatisieren die Wahrheit und vermischen es mit Gefühlen. Das sind Erinnerungen, die wir falsch abspeichern.

Es ist sehr erhellend, sich damit näher auseinanderzusetzen! Für alle, die mehr darüber erfahren möchten, habe ich drei interessante Quellen:

  • Das trügerische Gedächtnis: Wie unser Gehirn Erinnerungen fälscht
    Die Rechtspsychologin Julia Shaw zeigt auf, wie Erinnerungsfragmente sich oft zu „neuen Wahrheiten“ zusammenfinden. Unter anderem geht sie der Frage nach, inwiefern Zeugenaussagen mit der gemachten Erfahrung übereinstimmen.
  • Der Psychologe und Nobelpreisträger Daniel Kahneman beschreibt in seinem Buch Schnelles Denken, Langsames Denken zahlreiche „Illusionen“, etwa die Höchststand-Ende-Regel, bei der wir die Dauer eines Ereignisses vernachlässigen: So schauen wir auf eine lange glückliche Beziehung mit Schrecken zurück, wenn sie ein tragisches Ende hatte. Die vielen schönen gemeinsamen Jahre vergessen wir dabei.
    Da nicke ich als Verhaltensbiologin heftig: Die Dinosaurier haben viele Millionen Jahre sehr erfolgreich gelebt und wir konzentrieren uns auf die Gründe des spektakulären Aussterbens!
  • Unsere Wahrnehmung verändert sich nach einer einmal getroffenen Entscheidung. Kinder und Kapuzineraffen verschmähen im Nachhinein eine vorher für sie gleichwertig beurteilte Variante. Das ist auch gut so, sonst würden wir ewig mit unserer schon getroffenen Entscheidung hadern, statt nach vorne zuschauen.

Auch in Unternehmen werden bestimmte Ereignisse im Rückblick überbewertet oder andere Aktivitäten unterschätzt, die dauerhaft ausbremsen und enorme Ressourcen kosten!

Agil ohne Planung
Das ist ein weiterführender Online Artikel zu meinem Buch:

Agil ohne Planung
Wie Unternehmen von der Natur lernen können
Menschen planen wie wild. Die Natur macht einfach.

Passend zum Buch meine Keynotes und Seminare:

PDF – Handelsblatt Interview „Die Natur plant nicht!“

Die Natur plant nicht und ist agiler als jedes Unternehmen

Pages: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ... 16 17 18 Next