Dr. Barbara Niedner

Verhaltensbiologie & Führung

Sich fit machen für Lust auf Neues

Diesen Sommer haben wir uns statt Urlaub eine Entgiftungswoche bei Herrn Runow in Wolfhagen gegönnt. Wir nehmen seitdem Vitalstoffe, Darmbakterien und haben unsere Ernährung massiv umgestellt. Unser Weltbild zu Gesundheit und Ernährung ist auf den Kopf gestellt.

Das Ergebnis: Ist ein Wow-Erlebnis, seitdem funktioniert alles viel besser, wir sind super gut gelaunt und das Hirn ist ungebremst voller Energie, eben Fit für Lust auf Neues :-)

Inspiriert haben mich die Bücher von Herrn Runow (Umweltmediziner):

Spannend wie ein Krimi ist das Buch von Dr. Perlmutter (Neurologe und Ernährungsmediziner):

Fazit aus den Büchern und der Entgiftungskur in Wolfhagen:

Die Ernährung und ein kranker Darm
machen uns dumm, erschöpft, körperlich und geistig krank.

Wer “Lust auf Neues” erleben will,
macht sich startklar und fit für neue Herausforderungen!

Und jetzt zu meinem persönlichen Erfahrungsbericht und zu unserer aktuellen Situation:

Herr Runow hat diverse Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten und -Allergien bei meinem Lebenspartner entdeckt. Seitdem lässt er vieles auf seinem Speiseplan weg und nimmt als positive Nebenwirkung rasant ab, auch die Haut verbessert sich drastisch. Der „Lateralschaden“: neue Anzüge und Kleidung müssen her!

Die Entgiftung bei Herrn Runow sowie diverse Vitalstoffe, die er uns empfohlen hat, bewirken diese positiven Veränderungen.  Einige Allergene halten meinen Partner noch ab und an auf Trab – er fahndet noch, wie ein Detektiv. Der Darm muss sich von den Allergiestrapazen auch noch regenerieren. Das braucht seine Zeit. Er fühlt sich aber schon jetzt sehr viel besser und kann gar nicht mehr verstehen, was er früher so alles gegessen hat.

Ich selbst hatte ja schon vor 3 Jahren massiv abgenommen, muss aktuell eher schauen, dass ich mein Gewicht halte bzw. eher etwas zulege. Meine über viele Jahre schlechten Leberwerte, die für die Humanmedizin ein unlösbares Rätsel waren, sind jetzt wieder im Normalbereich und meine Leber ist wieder „fit“! Diverse Gelenkschmerzen haben sich in Luft aufgelöst. Und meine leicht angezogene innere Handbremse (Antrieb) ist gelöst :-)

Dennoch essen wir uns genüsslich satt, die Verdauung funktioniert bestens und der Bauch ist flach und einfach entspannt.

Wir unterstützen das mit Vitalstoffen, wie zum Beispiel Vitamin D (das Sonnen und Stimmungsvitamin), Alpha-Liponsäure, Coenzym Q10 und Omega-3-Fischöl. Das Gesamtergebnis: Einfach ein tolles Gefühl!

Und wie ernähren wir uns?

Glutenfrei und sehr Kohlenhydratarm

Also keine Nudeln, Pizza, Pommes, Brot, Fertiggerichte, Gewürzmischungen, fertige Soßen, Süßigkeiten, Eis, Marmelade, Honig etc. Natürlich auch keine künstlichen Süßstoffe oder Alternativen. Gluten verklebt den Darm und schädigt das Gehirn! Am besten Finger weg davon!

Kohlenhydrate (auch glutenfreie) werden im Körper zu einfachen Zucker umgewandelt. Und viel Zucker macht uns krank, gierig und süchtig auf “mehr”. Zucker aktiviert in unserem Gehirn das Belohnungszentrum und löst die Gier nach mehr aus. Als Jäger und Sammler hatten wir wenig Zugriff auf Kohlenhydrate und Zucker, außer wenn die Früchte reif waren. In der heutigen Zeit haben wir rund um die Uhr das ganze Jahr Zugriff drauf. Zucker macht den Darm und Körper sauer!

Davon profitieren die schlechten Bakterien und Pilze in unserer  Darmflora, die sind glücklich, erhalten ausreichend Futter zum Gedeihen und erleben Lust auf Neues :-) Auch die Lebensmittelindustrie ist durch den enormen Profit beglückt, wenn wir gierig und süchtig nach Kohlenhydraten und den ausgefeilten Produkten mit – für uns unüberschaubaren – Zusatzstoffen greifen. Als Folge hat die Pharmaindustrie genug Nachschub an Kranken mit modernen Zivilisationskrankheiten und reibt sich die Hände.

Was passiert aber in unserer Darmflora? Sie passt sich unseren Essgewohnheiten an. Die für uns eher schlechten Bakterien- und Pilzbewohner im Darm diktieren uns dann als Wirt, was sie zum Überleben brauchen, um sich besser in uns ausbreiten zu können. Tja, so ist das biologisch mit Mitbewohnern, auch sie verfolgen egoistische Ziele, um gut zu überleben, ganz nach dem Motto “Survival of the fittest”.

Nach unserer Ernährungsumstellung verschwanden die Gier und der Heisshunger nach Süßigkeiten, Eis, Currywurst, Hamburger mit viel Soßen, Pommes, Leberkäs-Semmel, Bier etc.  Früher fuhr ich für Süßigkeiten nachts zur Tanke – da gab es immer was :-)

Die Gier nach Kohlenhydraten ist wie eine Sucht!

Mein Selbstversuch: esse ich morgens einen vermeintlich gesunden warmen Hafer-Frühstücksbrei mit Obst und Wasser angerührt, habe ich nach 2-3 Stunden wieder Hunger und diese Gier auf “Mehr Kohlenhydrate”. Starte ich dagegen den Tag z.B. mit Gemüse-Omelette und leckerem Kokos-Öl angebraten, fühle ich mich bis mittags aktiv und satt.

Wir essen pro Tag nur noch sehr wenig Kohlenhydrate:

  • maximal eine Handvoll Obst pro Tag.
    Fructose wirkt genau wie Zucker (schnelle Kohlenhydrate) und mehr als eine Portion ist schwer zu verdauen. Auch Obst-Smoothies und Saft-Schorlen sind reich an Fructose!
  • 2-4 Scheiben gekeimtes Buchweizenbrot (Glutenfrei)
  • Ab und an ein paar Kartoffeln (Kartoffelstärke)

Bei einer glutenfreien Ernährung auf Reis und Mais umzusteigen ist aus meiner Sicht keine gute Idee. Reis stillt den Hunger der Armen, die wohlhabenden Asiaten essen kaum Reis. Mais und Weizen wird bei Tieren zum schnellen Mästen und zur erhöhten Milchproduktion eingesetzt. Damit habe ich mich in meinem Tiermedizinstudium genug rumgeschlagen. Beim Mästen zählt maximaler Profit, d.h. Mästen in kürzester Zeit erhöht den Profit. Die Gesundheit der Tiere spielt da eine untergeordnete Rolle, die Tiere müssen nur bis zum Schlachten durchhalten und Masttiere brauchen keine geistige und körperliche Fitness für Lust auf Neues im engen Stall beim Mäster. Hauptsächlich sie schaffen es bis zum Schlachthof.

Keine Milchprodukte außer Butter und ein bisschen Käse

In Milch ist viel Milchzucker (Laktose) und andere Kohlenhydrate.  Milchprodukte sind die Nahrung der Babys von Säugetieren. Das braucht kein Erwachsener und ist ein reines Lobbythema der Milchwirtschaft. Über Gemüse, Salat und Vitalstoffe nehmen wir genug Calcium, Vitamine & Co auf, weswegen wir angeblich auf Milch nicht verzichten können.

Selbstversuch: Wir haben beide – nachdem wir Kohlenhydrate reduziert hatten – gemerkt, dass  Milchprodukte, wie Joghurt, Quark, selbst laktosefreie Produkte im Bauch „rumpeln“. Milch konsumieren wir beide nicht mehr. Erst wenn die Nahrung isoliert ist, lassen sich die Unverträglichkeiten im Bauch klar spüren. Auch die guten Kartoffeln mit Quark und Sauerrahm sind mir nicht gut bekommen. Also weg damit! Und jetzt rumpelt nix mehr.

Kein Alkohol und wenn nur selten

Alkohol ist ein Zellgift, das der Körper aktiv entgiften muss. Auch verzögert Alkohol die Verdauung. So lange wir Alkohol im Blut haben, hemmt er die Produktion von Enzymen (auch Verdauungsenzymen) und Hormonen im Körper. Auch kein alkoholfreies Bier, da sind reichlich Kohlenhydrate und Gluten drin :-)

Was essen wir dann so, werde ich oft gefragt

Es gibt noch  zu essen und das sogar reichlich und lecker :-)

Neben viel Gemüse und Salat essen wir Biofleisch, Fisch, Eier, Nüsse, Mandelmus, Mandelmilch/Kokosmilch statt Sahne, Avocados, Omega-3 Öle (Leinöl), Walnussöl, Kokosöl zum Braten etc.. Gehirn und Nerven brauchen reichlich Fett.

Nicht Fett, sondern Kohlenhydrate machen fett. Und wir möchten ja auch satt werden!

Und das Ganze ausschließlich in Bioqualität und pur, ohne Zusatzstoffe!

Auf der Basis von viel Gemüse und Salat haben wir unsere Ernährung von einer “kohlenhydratreichen-fettarmen” hin zu einer “kohlenhydratarmen-fettreichen” umgestellt. Auf diese Ernährung sind wir im Laufe der Evolution als Mensch optimal angepasst.

Achtung: in Ölen und Fetten werden Gifte gespeichert. Und Gifte gibt es reichlich in unserem modernen Umfeld. Daher bei pflanzlichen Ölen und tierischen Fetten (Fleisch, Fisch) besonders auf Qualität und Herkunft achten. So lagern sich zum Beispiel in Thunfisch als langlebige Raubfische bedenklich viel Quecksilber.

Bei Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten und -Allergien lauern auch in gesunder Kost Allergene! Es gibt keine gesunden Lebensmittel laut Runow. Für den einen ist es gesund und andere reagieren allergisch unverträglich darauf. Ich liebe zum Beispiel Kurkuma (wirkt entzündungshemmend) und mein Partner reagiert darauf allergisch. So reagiert jeder individuell.

Tipp:

  • Für alle, die Verdauungsprobleme haben, ist es sinnvoll, auf Gluten ganz zu verzichten und sich sehr kohlenhydratarm zu ernähren. Gluten verklebt den Darm und schafft zusätzlich bei einer chronischen Darmentzündung neue Unverträglichkeiten und Allergien. Es eskaliert im Körper.
    Klassisches altes Hausmittel: Eine frisch zubereitete Fleischbrühe ist fettreich (Fettaugen) und kohlenhydratarm. Diese Brühe lässt sich leicht verdauen, kräftigt und baut auf!
  • Wer Abnehmen will, nimmt seine Sucht und Gier auf Kohlenhydrate unter die Lupe. Fette machen nicht fett! Sondern Kohlenhydrate machen dick, dumm und träge!
  • Wer nicht abnehmen bzw. zulegen will, erhöht den Anteil an gesunden Ölen, Fetten und Proteinen. Ich esse oft Nüsse als Nachtisch oder ich lasse im Mund einen Löffel leckeres gesundes Öl zergehen.
  • Wer Diabetes, erhöhten Blutzucker, Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen oder Herzkrankheiten hat, hat am besten gestern schon begonnen. Spaß bei Seite, es ist nie zu spät damit anzufangen!
  • Und wer sein Hirn, Psyche, Nerven und Stimmung aufmöbeln will für mehr Lust auf Neues, hält sich sowieso daran :-)

Wie sieht bei uns so ein typischer Tag aus?

Die Gewohnheiten beim Frühstück zu ändern sind für mich persönlich am schwierigsten. Asiaten essen morgens normale warme Mahlzeiten, die stopfen sich nicht voll mit Zucker, Obst, Kohlenhydraten und Milch. Für mich war das noch Anfang des Jahres in Hong Kong sehr ungewöhnlich, was die Menschen dort so alles morgens essen bzw. was es am Büfett gab :-)

Die Amerikaner und Europäer essen Brötchen mit Marmelade/Wurst, Cornflakes/Müsli mit viel Milch etc.. Also viel industriellen Weizen, Zucker, Zusatzstoffe (Gluten/Glutamat etc.) und Milch.

Für uns ist heute ein guter Start in den Tag: Gemüse-Omelett (natürlich pur ohne Milch), Spiegeleier oder Gemüsereste vom Vorabend mit gutem Öl und eine Portion Obst, wie z.B. einen Apfel.

Mittags esse ich Rohkost, Salat und etwas Sättigendes, wie Avocados, Eier, Nüsse, Käse … mit leckerem Öl. Mein Partner isst in der Kantine eine große Salatschüssel mit ganz viel nativem Olivenöl zum Sattwerden. Danach fühlen wir uns beide satt bis zum Abend und unbeschwert. Kein Mittagstief mehr nach dem Essen, das täglich Millionen von Menschen befällt.

Abends essen wir oft pures Fleisch oder Fisch mit viel Gemüse und leckeren Ölen.

Alternativ, wenn es schnell gehen muss oder für unterwegs, essen wir gekeimtes Buchweizenbrot mit Eiern, Mandelmuss, ein wenig  Käse. Dieses Brot ist super – glutenfrei und voll mit Vitalstoffen. Dieses Brot kommt ohne ungesunde Ersatz- oder Zusatzstoffen aus, wie das so oft bei industriell gefertigten glutenfreien Produkten ist.

Das sind unsere Essgewohnheiten – nicht sehr kompatibel in einer Gesellschaft, in der sich doch alles ums Schlemmen und um Alkohol dreht. Aber wir sind startklar und fit für Lust auf Neues und fühlen uns rundum wohl :-)

Nachtrag 1. August 2017

  • Artikel in Bild der Wissenschaft: Es gab Mammut und Pflanzenkost
    “Was brutzelte am Feuer und sättigte unsere Vorfahren, als sie sich in Europa breit machten und den Neandertaler verdrängten?”

 

Autor: Dr. Barbara Niedner

Als Verhaltensbiologin und Führungskräftetrainerin in namhaften Unternehmen bringe ich die Prinzipien der Natur, die sich über Millionen von Jahren agil wandlungsfähig angepasst hat, in die digitale Ära.